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Ab dem 23. Juli sind in der Romantik Bad Rehburg die schönsten komischen
Aquarelle und Ölbilder des bekannten Cartoonisten Wolf-Rüdiger Marunde zu sehen.
Der 56jährige Marunde weiß wovon er zeichnet: Er wohnt und lebt auf dem Lande, in einem kleinen 150-Einwohner-Dorf an der
Elbe, zwischen Bioland und Gentechnik, Windenergie und Atomkraft, Großbauern und aus den Städten geflohenen "Zweitwohnsitzlern".
Seine humorvollen Werke wurden vor allem im "Stern", in der "Brigitte" und in der "Hörzu" veröffentlicht. Hinzu kommen zahlreiche
Buchpublikationen, wie z.B. "Marundes Landleben", "Expeditionen in die Provinz" und, zusammen mit Dietmar Wischmeyer,
"Der kleine Tierfreund".
Weite Landschaften und dramatische Wolkenhimmel, schiefe Fachwerkhäuser und klapprige Scheunen, Blumenwiesen und Tümpel:
Cartoons von Marunde sind aufwendig gestaltete Malerei, entweder in klassischer Aquarell- und Öltechnik oder mit dem Computer
in Szene gesetzt, opulente Schilderungen einer provinziellen Beschaulichkeit, die manchmal einen gruseligen Nachgeschmack hinterlässt.
Provinz: Das ist für den Zeichner die emotional aufgeladene Landschaft wie auch das entleerte Dorf, das romantische
Fachwerkhaus wie der gefegte Bürgersteig einer Serienhausneubausiedlung, ein verschlafener Hafen wie ein Industriegebiet.
Diese Provinz ist die Bühne für Marundes Humor, sein Darstellerensemble umfasst die ganze Spannbreite zwischen kompaktem
Altbauern und stylishem Jüngling, grüner Witwe und Karrierefrau im werberelevanten Alter. Natürlich auch Tiere, die, wie es
sich in einer Fabel gehört, nicht nur sprechen können, sondern auch menschliche Schicksale und Nöte teilen.
Marunde-Cartoons würden, wenn man sie kritisch einordnen will, wohl am ehesten in die Sparte "Komische Kunst" passen.
Nicht nur wegen ihres handwerklichen Aufwandes, sondern auch wegen ihres eher hintersinnigen und niemals denunzierenden Humors.
Die Bezeichnung "Künstler" lehnt Marunde für sich selbst ab: Er sieht sich als Unterhalter und Satiriker, der mit den Mitteln
der Malerei versucht, die Wirklichkeit zu spiegeln.
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